Marburg: „My body, my choice? Schwangerschaftsabbruch“

Am 09. März 2013 findet in Marburg im Rahmen der Frauenkampftage unser Workshop zum Thema Schwangershaftsabbruch erneut statt. Für mehr Infos checkt das Fem Archiv Marburg und das Autonome FrauenLesbenReferat Marburg!

Das Thema Schwangerschaftsabbruch hat seinen zentralen Platz in feministischen Debatten und Kämpfen in Deutschland eingebüßt. Nicht zuletzt aufgrund erkämpfter rechtlicher Verbesserungen wird der einfache und legale Zugang zu Schwangerschafts-abbrüchen oft fälschlicherweise als gesellschaftlich durchgesetzt angesehen. Der Bezug auf ein Thema, das so stark mit einer spezifisch weiblichen Körperlichkeit verknüpft zu sein scheint, wirkt mit dem Wandel feministischer Theorie und Praxis irgendwie überholt.

Aktionen christlicher Fundamentalist_innen, dadurch ausgelöste Debatten und eine erneute Verschärfungen des §218 haben in den letzten Jahren jedoch immer wieder deutlich gemacht, wie stark religiöse oder gesellschaftliche Moralvorstellungen und staatliche Regeln in diesem Zusammenhang über Reproduktion und Körper von Menschen bestimmen. Reaktionen wie „Selbstbestimmungsrecht schön und gut, aber irgendwie isses ja schon Mord.“ scheinen eher die Regel als die Ausnahme zu bilden. Der Zugang zu einem Abbruch gestaltet sich für die meisten Betroffenen alles andere als einfach. Einen Abbruch vorzunehmen ist nach wie vor mit Stigma, Tabu und potenzieller Strafbarkeit belegt. Höchste Zeit also, das Thema Schwangerschaftsabbruch aus privaten Entscheidungsräumen zurück in linksradikale/(queer)feministische Diskussionsräume zu tragen. Yeah!

Der Workshop möchte sich dem Thema dabei vor allem unter den folgenden Fragen nähern:

  • Inwieweit ist die Rechtswidrigkeit und moralische Verurteilung von Schwangerschafts-abbrüchen Ausdruck und Bedingung eines strukturellen Patriarchats?
  • Welches (staatliche) Interesse besteht daran, die Entscheidungsfreiheit bezüglich eines Schwangerschaftsabbruches einzuschränken und zu kontrollieren?
  • Wie passen aktuelle Debatten um Schwangerschaftsabbruch mit Debatten um Bevölkerungsentwicklung, Geburtenrate und Fachkräftemangel zusammen?
  • Wie lässt sich Pro Choice aus nicht-heteronormativer Perspektive denken?

Vorkenntnisse zum Thema sind genausowenig Teilnahmevoraussetzung wie die potenzielle Betroffenheit von einer ungewollten Schwangerschaft. Eine achtsame Gesprächsatmosphäre ist uns sehr wichtig, da das Thema Schwangerschaftsabbruch sehr persönlich sein kann.

Der Workshop ist open for all gender.

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