Mobi-VA gegen Antisemitismus, Sexismus und Homophobie

Relativ kurzfristig konnten wir noch Genoss_innen des Berliner Bündnisses „what the fuck“ für eine Mobi-Veranstaltung in Bremen gewinnen. Am Freitag, 9.9.011, ab 20 Uhr im Infoladen St. Pauli-Straße gibt’s Technix zur Demo & Anti-Papst-Aktivitäten, wie auch Raum für die inhaltliche Auseinandersetzung mit Religion und insbesondere deren antiemanzipatorischen und antifeministischen Implikationen.

Der Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich, das WC allerdings leider nicht.

Hier nochmal der Kurzaufruf des Bündnisses (whatthefuck.blogsport.de):

“DER PAPST IN BERLIN? WHAT THE FUCK! GEGEN ANTISEMITISMUS, SEXISMUS UND HOMOPHOBIE 22.9. 23.9.2011 BERLIN – FÜR DIE BEFREITE GESELLSCHAFT UND DIE EMANZIPATION DER INDIVIDUEN AUS ALL IHREN ZWÄNGEN!

Am 22. September 2011 wird Joseph Aloisius Ratzinger Berlin besuchen. Das verdiente an sich keine große Aufmerksamkeit, wenn er nicht von vielen hundert Millionen Verblen- deten als »Benedictus PP. XVI«, Stellvertreter eines übermenschlichen Wesens auf der Erde angesehen und verehrt würde. Der Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche steht für ein erzreaktionäres Weltbild: Frauen sind aus Sicht des Katholizismus keine gleichwertigen Menschen, Lesben und Schwule werden als »Sünder« diffamiert. Die repressive Sexualmoral der katholischen Kirche, wie das Verbot von Verhütungsmitteln, Kondomen und außerehelichem Sex, verursacht weltweit Leiden und Diskriminierung bis hin zu körperlicher Gewalt. Die Versöhnung mit Vertretern der Pius-Bruderschaft, die den Holocaust leugnen, im Jahr 2009 hat uns die antisemitischen Tendenzen des Papstes verdeutlicht. Wir halten nicht nur diese Auswüchse des Systems Katholizismus für problematisch. Eine Religion, die die höchste Autorität einem einzelnen Menschen, dem eine besonders intime Verbindung mit einem höheren Wesen zugeschrieben wird, zuspricht, ist mit emanzipatorischen Anliegen nicht zu vereinbaren. Wir wenden uns nicht nur gegen die absurden moralischen Ansprüche des Papstes: Der Katholizismus stützt patriarchale Strukturen ebenso wie ein Herrschaftssystem, in dem der_die Einzelne sich gottesgläubig in sein_ihr Schicksal zu fügen hat – denn die Belohnung für Mühsal und Leid gebe es ja im Jenseits. Wir wollen eine herrschaftsfreie Gesellschaft nicht erst im Paradies, sondern jetzt – und das bedeutet, sich unter anderem gegen Sexismus, Homophobie, Transphobie, Antisemitismus, Rassismus zu wenden, gerade dann, wenn sie von einem »ehrwürdigen« alten Mann mit zu viel Macht propagiert werden. Bis zur Verwirklichung der befreiten Gesellschaft ist es noch ein steiniger Weg, die katholische Kirche ist dabei jedoch einer der größeren Brocken, die im Weg liegen. Wir nehmen den Besuch dieses Menschen also zum Anlass, unsere grundsätzliche Kritik an Religion, an der katholischen Kirche im Speziellen und an diesem Papst im Besonderen Ausdruck zu verleihen und rufen hiermit dazu auf, diese Kritik auf der Straße und bei den ver-schiedenen Veranstaltungen zu verdeutlichen. Als ob dies nicht genug wäre, behelligen uns am Samstag vor dem Papstbesuch auch christliche Fundamentalist_Innen mit ihrem »1000 Kreuze Marsch« gegen Abtreibung und das Selbstbestimmungsrecht von Frauen. Auch diesen Aufmarsch gilt es, aufzuhalten. Und wie jedes Jahr, 1000 Kreuze in die Spree zu werfen.”